Die Chronik des TTC Rahden

 Die 50iger u. 60iger Jahre

Als der TTC Rahden im Jahre 1948 seine Gründungsversammlung abhielt, war er eigentlich schon zwei Jahre alt. Es begann im Jahre 1946 in den Räumen des Hotels Braun (heute Stadtsparkasse) mit einer selbstgebauten Platte, einem gestrickten Netz und drei kaputten Bällen, die notdürftig mit Leukoplast repariert worden waren. Heute kann man sich nicht mehr vorstellen, was nach dem Krieg ein Tischtennisball wert war. So wurde z. B. ein damals 14 jähriger mit Begeisterung in den Verein aufgenommen, nur weil er einige neue Tischtennisbälle sein eigen nennen konnte. Dieser Junge war übrigens unser - leider vor zwei Jahren verstorbener Ehrenvorsitzender - Heiner Helms. Wer nicht stolzer Besitzer eines Balles war, mußte ein Ei oder eine Zigarre mitbringen.
Infolge einer Überschwemmung in den Kellerräumen des Hotels Bohne wurden die gesamten Akten des Vereins vernichtet. Die erstellte Chronik stützt sich daher auf vorhandene Zeitungsartikel und Zeitzeugen der Gründerzeit. Nach der offiziellen Vereinsgründung - Antreiber und Motor waren seinerzeit die Spieler Karl Linnenlücke, Erwin Rump, Heinz Wehe und Heinz Immor - zog der Verein in das Hotel Wolter um. Am 10.10. 1952 siedelte der Club dann in das Gasthaus Bohne über, wo man an sieben Platten trainierte. 1960 bekam der TTC Rahden dann seine endgültige Bleibe in der neuerstellten Turnhalle an der damaligen Volksschule. Die Vereinsgründer legten Wert auf Selbständigkeit und schlossen sich daher nicht einem großen Sportverein an.
Am Tag der Vereinsgründung (19.06.1948) wurden zwecks Werbung Schaukämpfe organisiert. Es spielten die Lübbecker Spieler Schellhase, Schmidt, Scheer und von Behren. Als erster Trainer des neuen Vereines wurde der Münsteraner Heinzelmann vorgestellt. Ein halbes Jahr nach der Gründung gehörten dem Verein bereits über vierzig Spielerinnen und Spieler an. Das erste Spiel wurde als Freundschaftsspiel gegen den Nordkreismeister Haldem ausgetragen. Die Aufstellung der 1. Mannschaft lautete: Hermann Feldmann, Gerhard Traemann, Karl Linnenlücke, Heiner Helms, Erwin Rump, und Heinz Wehe. Bereits ein Jahr später erreichte diese Mannschaft einen guten 4. Platz in der 1. Kreisklasse. Im Jahre 1949 war der TTC Rahden Ausrichter der 2. Kreismeisterschaften nach dem Weltkrieg. Kreismeister wurde übrigens der Spieler Horn vom TuS Haldem.
Im Jahre 1950 wurde erstmalig ein großes Tischtennisturnier in Rahden veranstaltet. Eingeladen waren die Mannschaften LTC Lübbecke, CCG Car-Unit Lübbecke, TV Kirchlengern, TuS Tengern und CVJM Büttendorf. Es siegte die Mannschaft aus Kirchlengern vor Tengern.
Im Jahre 1951 spielte die erste Herrenmannschaft mit den Spielern Köhler, Feldmann, Traemann, Helms, Linnenlücke und Immor. Die zweite Mannschaft trat an mit Drisga, Eckstein, Pochludka und Rosin. Die Damen mit Schwettmann, Schomäcker, Fürholter und Lewald. Im Rahmen einer Werbeveranstaltung spielten diese Mannschaften gegen den TuS Dielingen. Dabei kam es auch zu dem Aufeinandertreffen zwischen der Rahdener Spielerin Schwettmann und der dt. Jugendmeisterin Eickhoff aus Sulingen. Vereinsmeister in diesem Jahr wurde Hermann Feldmann.
Mitte der 50iger Jahre gab es eine Mannschaft, die man als das "Sammelbecken" bezeichnete. In ihr spielten die Spieler, die eigentlich eine andere Sportart bevorzugten. So verließ z. B. unser jetziger Sportwart Herbert Schnier ein Tischtennisspiel, um Fußball zu spielen. Einige Spieler aus dieser Truppe: Herbert Schnier, Robert Klehn, Willi Geschonnek und August Schlottmann.August Schlottmann und Gerhard Traemann sind übrigens die einzig noch lebenden Zeitzeugen aus der Gründerzeit des TTC Rahden. Die allererste Jugendmannschaft des RTTC spielte in der Aufstellung, Günter Rosin, Günter Meyer, Heinz Detering, August Schlottmann, Rudolf Eckstein und Rolf Werner.
Neben dem Tischtennissport wurde schon immer tüchtig gefeiert. Recht bald schon gab es eine eigene Musikkapelle mit Klaus Krüger, Werner Heselmeier und Helmut Ellerkamp. Unvergessen sind die langen Abende mit den Sportsfreunden aus Veltheim. Diesen geht noch immer der Ruf voraus, im "Stiefeltrinken" unschlagbar gewesen zu sein. Nach der Zeit der Vereinsfeste gab es später die öffentlichen Tanzabende bei Bohne, die immer am ersten oder zweiten Weihnachtstag stattfanden. In diese Zeit hinein gehören auch die Fahrten nach Schmölln in der damaligen DDR. Wieviel Geld und Geschenke wurden wohl "geschmuggelt"? Bei einem Gegenbesuch der Schmöllner Sportsfreunde mußte kurz vor der Abfahrt noch ein Pokal besorgt werden (Dieter Logemann stellte ihn zur Verfügung), damit für die,,Parteibonzen" eine erfolgreiche Reise vorgetäuscht werden konnte.
Bereits im Jahre 1952 spielten die Rahdener in der Bezirksklasse. Im gleichen Jahr - das ist bisher einmalig - gingen alle Kreismeistertitel an den RTTC. Ausrichter dieser merkwürdigen Meisterschaft war der ATSV Espelkamp. Die Sieger: Herren A - Heiner Helms, Herren B - Günter Rosin, Jungen - Dieter Ovenhaus, Damen - Gerda Schwettmann. Alle Doppeltitel gingen ebenfalls nach Rahden. 1953 wurde Dieter Ovenhaus Kreismeister. Die Spielerin Schwettmann konnte ihren Titel verteidigen. In der Jugendklasse hatte der Rahdener Spieler Kurt Schneider die Nase vor. Den ersten Aufstiea in die Bezirksklasse schafften übrigens die Soieler Dieter Ovenhaus Heiner Helms Gerhard Traemann Valentin Köhler Jürrien Ovenhaus und Rolf Werner.
Einen weiteren sportlichen Erfolg gab es im Jahre 1956 bei den Lübbecker Stadtmeisterschaften. Sieger in der A-Klasse wurde Heiner Helms vor dem Espelkamper Kurt Hamburger. Auch Gerda Wiegmann in der Damenklasse war erfolgreich. Im Mixed-Doppel siegte sie zusammen mit Herbert Schnier. Den Erfolg
des RTTC ergänzten in der Jugendklasse die Spieler Dieter Logemann und Wolfgang Schnier.
In den nächsten Jahren ging es sportlich immer mehr bergauf. Der RTTC wurde zum Markenzeichen im Tischtennissport des Kreises Lübbecke

Die 70iger Jahre   
                                                                                                             
Die 70iger Jahre im RTTC waren geprägt von einer Vereinspolitik, die ihre Ziele und Schwerpunkte eindeutig im Erhalt der breiten Leistungsbasis und einer guten Jugendarbeit hatte. Im Herrenbereich war man nach dem Abstieg der 1. Mannschaft aus der Bezirksliga 1968 darauf bedacht, die 1. und 2. Mannschaft in der Bezirksklasse zu halten. Aufgrund der ausgeglichenen Leistungen der Spieler in diesen Mannschaften gelang es auch jahrelang, dieses Ziel zu erreichen. Mit Dieter Logemann, Dieter Wittkötter und Manfred Brand spielten zwar hochveranlagte Spieler für den RTTC, aber aufgrund beruflicher Belastungen und anderer sportlicher Aktivitäten schränkten diese Spieler ihren Trainingsaufwand deutlich ein, so daß sie sich nahtlos in die Bezirksklassenmannschaften des RTTC einfügten. Neben den drei genannten Spielern waren in dieser Zeit noch Willi Matzke, der vom ATSV Espelkamp zum RTTC gekommen war, Wilfried Lange, Walter Meinking, Friedhelm Kottkamp, Wolfgang Thie, Kalle Hiller und Herbert Schnier Leistungsträger in den beiden Mannschaften. Um den Klassenerhaft auch der zweiten Mannschaft zusichern, wurden zwei etwa gleich starke Mannschaften gebildet. Später wurde die Zweite zur "Studentenmannschaft", in der vornehmlich die Spieler aufgestellt wurden, die aufgrund ihres Studiums nur an den Wochenenden eingesetzt werden konnten. Daß es trotz der Probleme mit den "auswärtigen" Spielern gelang, die Zweite bis 1974 in der Bezirksklasse zu halten, war eine organisatorische Meisterleistung des damaligen (und heutigen) Sportwartes Herbert Schnier.Ihren Höhepunkt fand die Phase der breiten Leistungsbasis 1973, als auch noch die dritte Mannschaft in die Bezirksklasse aufstieg. Diese Mannschaft stieg allerdings schon nach einem Jahr wieder in die Kreisliga ab.
Der zweite Schwerpunkt der Vereinspolitik, die Jugendarbeit, begann schon Ende der 60iger Jahre erste Früchte zu tragen. Unter der engagierten Arbeit von Manfred Brand bildete sich ein Kern von etwa 15 Spielern, die in der Jugendbezirksklasse und -Kreisliga für positive Schlagzeilen sorgten. Die Leistungsträger der ersten Jugendmannschaft waren damals Heinz-Hermann Petring und Ulrich Dieme, die in ihrer Altersklasse auch auf (Alt-) Kreisebene erste Wahl waren. Aber auch "Gordon" Buttstedt, Reinhardt Kreienbrock, Werner Hafer, Klaus Schäfers, Manfred Grimmelmann und "Freddy" Ahlers gaben berechtigten Anlaß auf eine sportlich positive Zukunft für den RTTC. Leider erfüllte sich diese Hoffnung zunächst nicht. Bis auf U. Dieme und H.-H. Petring erreichte keiner der oben genannten Spieler eine der Herrenmannschaften. Abwanderungen zu anderen Sportarten, berufliche Ausbildung oder einfach ein verändertes Freizeitverhalten ließ diese erste größere Welle von Jugendlichen zu Beginn der 70iger Jahre fast wirkungslos verpuffen.
Mit Gerhard Möller und den Gebrüdern Friedrich und Wolfgang Summann war 1968 die nächste Generation von Jugendlichen zum RTTC gestoßen. Sie entwickelten sich im Schatten der oben genannten älteren Spieler erstaunlich schnell zu ernstzunehmenden Gegnern, die zunächst in der zweiten Jugendmannschaft zum Einsatz kamen. 1971 kamen mit Horst Wieschermann und Reinhard Prote zwei weitere talentierte Spieler hinzu, die zusammen mit Gerd Möller und Wolfgang Summann die wohl spielstärkste Jugendmannschaft des RTTC bis dahin bildeten. Sie belegten auf Anhieb den zweiten Platz in der Jugendbezirksklasse.
Manfred Brand verstand es außerdem hervorragend das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Jugendlichen durch eine Vielzahl von Vereinsveranstaltungen weiter zu festigen. Höhepunkte waren sicherlich die mehrtägigen Fahrten nach Berlin, Kassel, München, Wildemann, Holland und Dänemark.
Gerhard Möller und Wolfgang Summann wurden 1972 in die erste Mannschaft eingebaut. Zusammen mit Willi Matzke, Manfred Brand, Friedhelm Kottkamp und Heinz-Hermann Petering spielten sie in ihrem ersten Herrenjahr mit gutem Erfolg in der Bezirksklasse und verpaßten mit der Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga nur knapp.

Für Wolfgang Summann kam 1973 Reinhard Prote in die Mannschaft. Trotz guter Leistungen der beiden Youngster Möller und Prote reichte es auch in diesem Jahr nicht. Um den Aufstieg im nächsten zu schaffen, wurde eine weitere Verjüngung der Mannschaft vorgenommen. Neben Horst Wieschermann, der nach einer ausbildungsbedingten mehrjährigen Spielpause wieder durch gute Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, sollte auch der wiedererstarkte Wolfgang Summann in die Mannschaft zurückkehren.

Dieses Konzept kam ins Wanken, als Reinhard Prote, der einen großen Leistungssprung gemacht hatte, sich entschloß zum TTV Lübbecke zu gehen, um dort in der Bezirksliga zu spielen. Gleichzeitig verpflichtete sich Gerhard Möller für mehrere Jahre bei der Bundesmarine, so daß er nur noch an den Wochenenden zur Verfügung stand.Das Chaos war perfekt, als sich auch Wolfgang Summann noch kurzfristig entschloß, seinem Freund Reinhard Prote nach Lübbecke zu folgen. Damit war die Mannschaft endgültig gesprengt und mußte völlig neu formiert werden. Der
angepeilte Aufstieg war damit kein Thema mehr, Klassenerhalt war plötzlich das Ziel, das dann auch erreicht wurde.
Im Jugendbereich setzte Manfred Brand die erfolgreiche Jugendarbeit der vorherigen Jahre mit dem Ergebnis fort, daß Mitte der 70iger Jahre ein wahrer TT-Boom über den RTTC hereinbrach. Samstags Nachmittags versammelten sich zeitweilig bis zu 80 Jugendliche, die sich mehr oder weniger ernsthaft um die 11 TT-Tische scharten. Viele von diesen Jugendlichen kamen nicht vorrangig zum Tischtennisspielen, sondern sie kamen einfach, weil etwas los war. TT war in dieser Zeit in Rahden einfach "in". Ein ganz wichtiger Faktor bei dieser Entwicklung war sicherlich, daß nicht nur Jungen sondern auch eine ganze Reihe von Mädchen zum Training erschienen. Das Training am Samstag war somit eine Mischung aus Sport, Unterhaltung und Cliquentreff.
Diese an sich positive Entwicklung brachte aber auch Probleme mit sich. Streit um die immer knapper werdenden Tische war an der Tagesordnung. Manfred Brand erinnert sich : Auf jeder Vorstandssitzung und Jahreshauptversammlung war die Organisation des Trainingsbetriebes das zentrale Thema".
Wie so oft regelte sich auch dieses Problem im Laufe der Zeit von selbst. Die (meisten) talentierten Spielerinnen und Spieler blieben dem TT-Sport treu, während sich die Mitläufer irgendwann anderen Freizeitbeschäftigungen zuwandten.
Insgesamt brachte der Rahdener TT-Boom innerhalb weniger Geburtenjahrgänge über 20 Spielerinnen und Spieler hervor, die alle mindestens Bezirksklassenniveau erreichten.
Besonders positiv entwickelte sich in diesen Jahren das Mädchen- und später Damentischtennis in Rahden. Die erste Damenmannschaft, die ausschließlich aus der eigenen Jugendabteilung stammte, stieß in der Aufstellung Elke Schnier, Elke Seiker, Gaby Engel und Christiane Summann bis in die Damenlandesliga vor. Aber auch die zweite Damenmannschaft mit Martina Gieselmann, Gaby Bollhorst, Petra Gärtner und Elke Schünke standen mit ihrer Leistung kaum nach und spielte in der Damenbezirksklasse. Beide Mannschaften lösten sich Ende der 70iger Jahre leider auf, als die meisten Spielerinnen dem TT-Sport durch Studium, Beruf oder Familie verloren gingen.
Bei den Jungen verlief die Entwicklung ähnlich. Über mehrere Jahre hinweg stellte der RTTC hervorragende Jugendmannschaften. Neben den Eigengewächsen wie Michael Blase, Bernd Müller, Fred Posanski, Heinz Potthast um nur einige Leistungsträger zu nennen, zog es zunehmend auch talentierte Spieler aus den Vereinen des Altkreises nach Rahden. Klaus Fink, Andreas Zaske und etwas später die Hüllhorster Jürgen Schmidt und Stefan Reinking sind Beispiele für diesen Trend. Die meisten dieser Spieler gingen allerdings mit Erreichen des Herrenalters wieder zu ihren Heimatvereinen zurück.
Betrachtet man diesen glanzvollen Abschnitt der Vereinsgeschichte des RTTC rückblickend, kann man ohne Übertreibung sagen, daß die Jugendarbeit des RTTC in den 70iger Jahren das Niveau des TT-Sports im gesamten Kreis Minden-Lübbecke nachhaltig positiv beeinflußt hat. Kein anderer Verein in der Umgebung hat innerhalb weniger Jahre so viele hochklassige Spieler hervorgebracht wie der RTTC in den 70iger Jahren. Noch heute sind viele der damals hervorgebrachten Spieler im RTTC oder anderen Vereinen aktiv.
Ende der 70iger Jahre drängten die immer stärker werdenden jungen Spieler in die Herrenmannschaften des RTTC. So kamen in der Saison 1977/78 mit Andreas Zaske, Michael Blase und Bernd Müller gleich drei ambitionierte junge Spieler in die Erste. Außerdem kehrte Reinhard Prote bereits nach einem Jahr aus Lübbecke zum RTTC zurück. Nur Willi Matzke und Manfred Brand blieben als "Oldies" in der Mannschaft. Die Mannschaft schaffte dann auch erwartungsgemäß den Aufstieg in die Bezirksliga.
In der nächsten Saison konnte mit Jürgen Schmidt, der aus Hüllhorst kommend ein Jahr in der RTTC-Jugend gespielt hatte, ein weiterer talentierter Jugendspieler erfolgreich in die erste Mannschaft eingebaut werden. Manfred Brand machte den Platz in der Mannschaft frei. Als Meisterschaftsdritter schaffte die Mannschaft über eine Aufstiegsrunde den Aufstieg in die Landesliga, aus der man aber bereits nach einem Jahr wieder abstieg. Eine der Ursachen dafür war sicherlich der Weggang des immer stärker werdenden Andreas Zaske. Er wechselte in die Oberligamannschaft des TTV Lübbecke.
Im Jahre 1973 feierte der Verein sein 25 jähriges Vereinsjubiläum. Es ging hoch her im Vereinslokal Bohne. Viele der älteren Vereinsmitglieder hatten sich eingefunden, um gemeinsam mit den jetzt aktiven den Festtag zu begehen. Grußworte übermittelten der damalige Kreiswart Günter Althoff. Bezirkssportwart Rudolf Tellermann wies auf die eingeschworene Gemeinschaft des TTC Rahden hin. Für besondere Verdienste wurden der Vorsitzende Heiner Helms, der Sportwart Herbert Schnier und der Jugendwart Manfred Brand ausgezeichnet.
Viele große Turniere wurden vom RTTC veranstaltet, viele Kreismeisterschafen nach Rahden geholt. Erinnert sei hier auch an die mehrfache OWL-Meisterin Rena Schwab.

Die 80iger Jahre

Im Spieljahr 1980/81 gab es folgende Mannschaftsaufstellungen
1. M.: Prote, Blase, Matzke, Högemeier, P. Schnier, Potthast
2. M.: H. Schnier, H. Schnier, K. Hiller, Zylur, Redeker, Schmidt, Posanski
3. M.: Brand, Kottkamp, Hußmann, Lohmeier, Langhorst, Katschmann, Löhr
4. M.: W. Schnier, Karl, Räker, Schwettmann, Czeranka, Helms
5. M.: Meyer, Meier, Werner, Johannes, Kaufmann, Schmidt, Heinzig
Damen: Seiker, Schnier, Pospiech, Supe, Holtkamp

Im Jahre 1980 gab es nach vielen Jahren einen Wechsel in der Vorstandsetage Manfred Brand löste Heiner Helms als 1. Vorsitzenden ab, der dieses Amt seit dem Jahre 1965 bekleidete. Heiner Heims wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Auf der Jahreshauptversammlung ehrte der Verein die Spieler Heiner Helms, Herbert Schnier, Heinz Räker, Wolfgang Schnier, Dieter Logemann und Rolf Werner für 25 jährige Mitgliedschaft. 1988 gehörten auch Karl-Heinz Hiller und Manfred Brand 25 Jahre dem Verein an.
Von 1980 bis 1990 gab es ständig Auf- und Abstiege bei den Herrenmannschaften Die Jugendarbeit konnte nicht an die Erfolge der 70iaer Jahre anknüpfen. Einen leichten Aufschwung gab es zu verzeichnen nachdem Oliver Langer das
Jugendtraining übernahm. Unvergessen sind die Veranstaltungen und die Feste anläßlich des 40 jährigen
Vereinsjubdäums im Jahre 1988.

Die 90iger Jahre

Zu Beginn der 90 Jahre erreichte der RTTC mit dem Abstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga den absoluten Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Viele Spieler der leistungsstarken 70iger und 80iger Jahre hörten mit dem aktiven TT-Sport auf oder traten aus beruflichen und familiären Gründen deutlich kürzer. Auf der anderen Seite blieb der Nachwuchs in diesen Jahren aus. Die Jugendarbeit hatte aus personellen Gründen jahrelang nicht die Effizienz wie in den 70iger Jahren. Die Tatsache, daß Reinhard Prote trotz deutlich eingeschränktem Trainingsaufwandes immer noch der Spitzenspieler war, zeigt in welcher Misere der TTC steckte.
Im ersten Kreisligajahr verpaßte man den Aufstieg als Drittpiazierter knapp. In der Saison 91/92 verstärkte man sich durch Volker Tschee und Heinz Potthast, die beide aus Hüllhorst zum TTC zurückkehrten, deutlich und stieg unangefochten in die Bezirksklasse auf. Da Volker Tschee sich beruflich in die neuen Bundesländer veränderte, fiel im nächsten Jahr ein wichtiger Leistungsträger aus. Dafür kam der hoffnungsvolle Jugendspieler Jörg Grundmann aus der eigenen Jugend in die Mannschaft. Da man häufig auf den beruflich stark eingespannten Reinhard Prote verzichten mußte, geriet die Mannschaft in akute Abstiegsnot, konnte sich aber aus eigener Kraft retten.
Als Heinz Potthast sich nach dieser verkorksten Saison entschloß, zum SV Böminghausen zu wechseln, schien das sportliche Schicksal des RTTC für die nächste Saison besiegelt. in dieser Situation profitierte der TTC vom Schicksal
zweier Vereine in der Nachbarschaft. Der SC Vehlage war nach einem Kreisligajahr trotz der starken Nachwuchsspieler Sven Dümke und Christian Schrimper wieder abgestiegen. Für Dümke und Schrimper wäre dieser Abstieg ein deutlicher Rückschritt gewesen, also entschlossen sie sich, Vehlage zu verlassen. Unter mehreren Angeboten entschieden sie sich schließlich für den TTC Rahden. Etwa gleichzeitig konnte man Bernd Müller, der zwei Jahre keine Meisterschaftsspiele mehr bestritten hatte, vom TTV Lübbecke nach Rahden holen. Durch diese Zugänge
verstärkt hätte man sicherlich den Klassenerhalt schaffen können. Damit war aus dem vermeintlichen Absteiger plötzlich ein potentieller Meisterschaftsanwärter geworden.
Nach einer heiß umkämpften Saison nahm man als Tabellenzweiter an der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga teil und schaffte den Aufstieg. In der Saison 94/95 konnte man sich durch den aus Börninghausen zurückkehrenden Heinz Potthast weiter verstärken geriet aber überraschend in akute Abstiegsnot. Eine Ursache dafür lag sicherlich darin, daß Sven Dümke seinen Wehrdienst absolvierte und nicht viel trainieren konnte. Hinzu kam, daß die überwiegend jungen Spieler im Abstiegskampf zunehmend Nerven zeigten und sich häufig unter Wert geschlagen gaben. Mit etwas Glück überstand man diese brenzlige Situation und schaffte den Klassenerhalt.
Mit zwei Neuzugängen ging man in die Saison 95/96. Zum einen kam mit Wolfgang Jürgens (früher Summann) ein Ur-Rahdener aus den glorreichen 70iger Jahren nach genau 20 Jahren zum RTTC zurück.

Außerdem wechselte mit Andreas Ledig aus dem niedersächsischen Uchte ein Spieler zum TTC, über dessen Spielstärke man sich zunächst nicht recht im klaren war. Der 29jährige, der eine Bäckerei in Sieihorst gepachtet hatte, machte mit seinem unspektakulären Konter-Block-Spiel bei den wenigen Trainingsabenden, zu denen er kam, einen eher unscheinbaren Eindruck. Hinzu kam, daß er bedingt durch die Selbständigkeit in der vorherigen Saison nicht viel trainiert hatte. Als er dann erst wenige Wochen vor Saisonbeginn wieder mit dem Training begann, trauten ihm nur
wenige die Leistung zu, die er dann in der Meisterschaft brachte.Die Saison wurde ein einziger Triumphzug. 44:0 Punkte lautete die Abschlußbilanz, wobei eigentlich nie ernstlich die Gefahr bestand, einen Punkt abzugeben. Nebenbei wurde man noch Bezirkspokalsieger und erreichte im gleichen Wettbewerb auf WTTV-Ebene die Vorschlußrunde, wo man sehr unglücklich mit 5:4 unterlag. Maßgeblichen Anteil an diesem Ergebnis hatte Andreas Ledig, der alle Zweifler Lügen strafte und Oben in beiden Serien mit jeweils nur vier verlorenen Spielen eine der besten Bilanzen der Liga spielte. Aber auch der zweite Neuzugang "Sammy" Jürgens trug durch eine 31:1 Bilanz in der Mitte zum guten Saisonergebnis bei. Michael Meier, Jörg Grundmann, Heinz Potthast und Christian Schrimper spielten ebenfalls sehr erfolgreich, so daß die Mannschaft keine Schwachpunkte aufwies. Für die nächste Saison verstärkte man sich mit den Gebrüdern Walke, die vom TTV Lübbecke nach Rahden kamen. Damit war klar, daß man auch in der Landesliga ein gewichtiges Wart bei der Vergabe des Meisterschaftstitels mitreden würde. Und man hatte recht. So gelang der große Wurf und damit der Aufstieg in die Verbandsliga. Die Optimisten, die wohl einen Erfolg rechtzeitig zum Jubiläumsjahr prophezeit hatten, behielten recht. Nach Ablauf der 1. Halbserie belegte die Mannschaft im 1. Jahr ihrer Zugehörigkeit einen hervorragenden 5. Platz. Sie war damit die höchstplazierteste Mannschaft des Kreis-Minden-Lübbecke. Insbesondere Michael Meier konnte sich erheblich steigern. Ihm gelang als Spitzenspieler im oberen Paarkreuz in der Hinserie eine sensationelle ausgeglichene Spielbilanz, die er in der 2. Halbserie sogar noch verbessern konnte. Am 14.09.1996 verstarb unser langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender Heiner Helms. Wir werden ihn nicht vergessen. Mit den Aufzeichnungen bis zum Anfang des Jubiläumsjahrs 1998 endet diese Chronik. Sie ist sicher unvollständig, aber die Verfasser sind sicher, daß sich viele ehemalige Aktive darin wiederfinden und sich gerne an die schönen Zeiten im RTTC erinnern.

Zum Schluß noch einige Fakten:
a) Vorsitzende von 1948 - 1998:
- Erwin Rump
- Heinz Wehe bis 1965
- Heiner Helms von 1965 bis 1980
- Manfred Brand ab 1980

b) Sportwarte:
- Karl Linnenlücke
- Valentin Köhler sen. bis 1956
- Herbert Schnier ab 1956