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Die Chronik des TTC Rahden
Die 50iger u. 60iger Jahre
Als der TTC Rahden im Jahre 1948 seine Gründungsversammlung
abhielt, war er eigentlich schon zwei Jahre alt. Es begann im Jahre 1946 in
den Räumen des Hotels Braun (heute Stadtsparkasse) mit einer selbstgebauten
Platte, einem gestrickten Netz und drei kaputten Bällen, die notdürftig mit
Leukoplast repariert worden waren. Heute kann man sich nicht mehr
vorstellen, was nach dem Krieg ein Tischtennisball wert war. So wurde z. B.
ein damals 14 jähriger mit Begeisterung in den Verein aufgenommen, nur weil
er einige neue Tischtennisbälle sein eigen nennen konnte. Dieser Junge war
übrigens unser - leider vor zwei Jahren verstorbener Ehrenvorsitzender -
Heiner Helms. Wer nicht stolzer Besitzer eines Balles war, mußte ein Ei oder
eine Zigarre mitbringen.
Infolge einer Überschwemmung in den Kellerräumen des Hotels Bohne wurden die
gesamten Akten des Vereins vernichtet. Die erstellte Chronik stützt sich
daher auf vorhandene Zeitungsartikel und Zeitzeugen der Gründerzeit. Nach
der offiziellen Vereinsgründung - Antreiber und Motor waren seinerzeit die
Spieler Karl Linnenlücke, Erwin Rump, Heinz Wehe und Heinz Immor - zog der
Verein in das Hotel Wolter um. Am 10.10. 1952 siedelte der Club dann in das
Gasthaus Bohne über, wo man an sieben Platten trainierte. 1960 bekam der TTC
Rahden dann seine endgültige Bleibe in der neuerstellten Turnhalle an der
damaligen Volksschule. Die Vereinsgründer legten Wert auf Selbständigkeit
und schlossen sich daher nicht
einem großen Sportverein an.
Am Tag der Vereinsgründung (19.06.1948) wurden zwecks Werbung Schaukämpfe
organisiert. Es spielten die Lübbecker Spieler Schellhase, Schmidt, Scheer
und von Behren. Als erster Trainer des neuen Vereines wurde der Münsteraner
Heinzelmann vorgestellt. Ein halbes Jahr nach der Gründung gehörten dem
Verein bereits über vierzig Spielerinnen und Spieler an. Das erste Spiel
wurde als Freundschaftsspiel gegen den Nordkreismeister Haldem ausgetragen.
Die Aufstellung der 1. Mannschaft lautete: Hermann Feldmann, Gerhard
Traemann, Karl Linnenlücke, Heiner Helms, Erwin Rump, und Heinz Wehe.
Bereits ein Jahr später erreichte diese Mannschaft einen guten 4. Platz in
der 1. Kreisklasse. Im Jahre 1949 war der TTC Rahden Ausrichter der 2.
Kreismeisterschaften nach dem Weltkrieg. Kreismeister wurde übrigens der
Spieler Horn vom TuS Haldem.
Im Jahre 1950 wurde erstmalig ein großes Tischtennisturnier in Rahden
veranstaltet. Eingeladen waren die Mannschaften LTC Lübbecke, CCG Car-Unit
Lübbecke, TV Kirchlengern, TuS Tengern und CVJM Büttendorf. Es siegte die
Mannschaft aus Kirchlengern vor Tengern.
Im Jahre 1951 spielte die erste Herrenmannschaft mit den Spielern Köhler,
Feldmann, Traemann, Helms, Linnenlücke und Immor. Die zweite Mannschaft trat
an mit Drisga, Eckstein, Pochludka und Rosin. Die Damen mit Schwettmann,
Schomäcker, Fürholter und Lewald. Im Rahmen einer Werbeveranstaltung
spielten diese Mannschaften gegen den TuS Dielingen. Dabei kam es auch zu
dem Aufeinandertreffen zwischen der Rahdener Spielerin Schwettmann und der
dt. Jugendmeisterin Eickhoff aus Sulingen. Vereinsmeister in diesem Jahr
wurde Hermann Feldmann.
Mitte der 50iger Jahre gab es eine Mannschaft, die man als das
"Sammelbecken" bezeichnete. In ihr spielten die Spieler, die eigentlich eine
andere Sportart bevorzugten. So verließ z. B. unser jetziger Sportwart
Herbert Schnier ein Tischtennisspiel, um Fußball zu spielen. Einige Spieler
aus dieser Truppe: Herbert Schnier, Robert Klehn, Willi Geschonnek und
August Schlottmann.August Schlottmann und Gerhard Traemann sind übrigens die einzig noch
lebenden Zeitzeugen aus der Gründerzeit des TTC Rahden. Die allererste
Jugendmannschaft des RTTC spielte in der Aufstellung, Günter Rosin, Günter
Meyer, Heinz Detering, August Schlottmann, Rudolf Eckstein und Rolf Werner.
Neben dem Tischtennissport wurde schon immer tüchtig gefeiert. Recht bald
schon gab es eine eigene Musikkapelle mit Klaus Krüger, Werner Heselmeier
und Helmut Ellerkamp. Unvergessen sind die langen Abende mit den
Sportsfreunden aus Veltheim. Diesen geht noch immer der Ruf voraus, im
"Stiefeltrinken" unschlagbar gewesen zu sein. Nach der Zeit der Vereinsfeste
gab es später die öffentlichen Tanzabende bei Bohne, die immer am ersten
oder zweiten Weihnachtstag stattfanden. In diese Zeit hinein gehören auch
die Fahrten nach Schmölln in der damaligen DDR. Wieviel Geld und Geschenke
wurden wohl "geschmuggelt"? Bei einem Gegenbesuch der Schmöllner
Sportsfreunde mußte kurz vor der Abfahrt noch ein Pokal besorgt werden
(Dieter Logemann stellte ihn zur Verfügung), damit für die,,Parteibonzen"
eine erfolgreiche Reise vorgetäuscht werden konnte.
Bereits im Jahre 1952 spielten die Rahdener in der Bezirksklasse. Im
gleichen Jahr - das ist bisher einmalig - gingen alle Kreismeistertitel an
den RTTC. Ausrichter dieser merkwürdigen Meisterschaft war der ATSV
Espelkamp. Die Sieger: Herren A - Heiner Helms, Herren B - Günter Rosin,
Jungen - Dieter Ovenhaus, Damen - Gerda Schwettmann. Alle Doppeltitel gingen
ebenfalls nach Rahden. 1953 wurde Dieter Ovenhaus Kreismeister. Die
Spielerin Schwettmann konnte ihren Titel verteidigen. In der Jugendklasse
hatte der Rahdener Spieler Kurt Schneider die Nase vor. Den ersten Aufstiea
in die Bezirksklasse schafften übrigens die Soieler Dieter Ovenhaus Heiner
Helms Gerhard Traemann Valentin Köhler Jürrien Ovenhaus und Rolf
Werner.
Einen weiteren sportlichen Erfolg gab es im Jahre 1956 bei den Lübbecker
Stadtmeisterschaften. Sieger in der A-Klasse wurde Heiner Helms vor dem
Espelkamper Kurt Hamburger. Auch Gerda Wiegmann in der Damenklasse war
erfolgreich. Im Mixed-Doppel siegte sie zusammen mit Herbert Schnier. Den
Erfolg
des RTTC ergänzten in der Jugendklasse die Spieler Dieter Logemann und
Wolfgang Schnier.
In den nächsten Jahren ging es sportlich immer mehr bergauf. Der RTTC wurde
zum Markenzeichen im Tischtennissport des Kreises Lübbecke
Die 70iger Jahre
Die 70iger Jahre im RTTC waren geprägt von einer Vereinspolitik, die ihre
Ziele und Schwerpunkte eindeutig im Erhalt der breiten Leistungsbasis und
einer guten Jugendarbeit hatte. Im Herrenbereich war man nach dem Abstieg
der 1. Mannschaft aus der Bezirksliga 1968 darauf bedacht, die 1. und 2.
Mannschaft in der Bezirksklasse zu halten. Aufgrund der ausgeglichenen
Leistungen der Spieler in diesen Mannschaften gelang es auch jahrelang,
dieses Ziel zu erreichen. Mit Dieter Logemann, Dieter Wittkötter und Manfred
Brand spielten zwar hochveranlagte Spieler für den RTTC, aber aufgrund
beruflicher Belastungen und anderer sportlicher Aktivitäten schränkten diese
Spieler ihren Trainingsaufwand deutlich ein, so daß sie sich nahtlos in die
Bezirksklassenmannschaften des RTTC einfügten. Neben den drei genannten
Spielern waren in dieser Zeit noch Willi Matzke, der vom ATSV Espelkamp zum
RTTC gekommen war, Wilfried Lange, Walter Meinking, Friedhelm Kottkamp,
Wolfgang Thie, Kalle Hiller und Herbert Schnier Leistungsträger in den
beiden Mannschaften. Um den Klassenerhaft auch der zweiten Mannschaft
zusichern, wurden zwei etwa gleich starke Mannschaften gebildet. Später
wurde die Zweite zur "Studentenmannschaft", in der vornehmlich die Spieler
aufgestellt wurden, die aufgrund ihres Studiums nur an den Wochenenden
eingesetzt werden konnten. Daß es trotz der Probleme mit den "auswärtigen"
Spielern gelang, die Zweite bis 1974 in der Bezirksklasse zu halten, war
eine organisatorische Meisterleistung des damaligen (und heutigen)
Sportwartes Herbert Schnier.Ihren Höhepunkt fand die Phase der breiten
Leistungsbasis 1973, als auch noch die dritte Mannschaft in die
Bezirksklasse aufstieg. Diese Mannschaft stieg allerdings schon nach einem
Jahr wieder in die Kreisliga ab.
Der zweite Schwerpunkt der Vereinspolitik, die Jugendarbeit, begann schon
Ende der 60iger Jahre erste Früchte zu tragen. Unter der engagierten Arbeit
von Manfred Brand bildete sich ein Kern von etwa 15 Spielern, die in der
Jugendbezirksklasse und -Kreisliga für positive Schlagzeilen sorgten. Die
Leistungsträger der ersten Jugendmannschaft waren damals Heinz-Hermann
Petring und Ulrich Dieme, die in ihrer Altersklasse auch auf (Alt-)
Kreisebene erste Wahl waren. Aber auch "Gordon" Buttstedt, Reinhardt
Kreienbrock, Werner Hafer, Klaus Schäfers, Manfred Grimmelmann und "Freddy"
Ahlers gaben berechtigten Anlaß auf eine sportlich positive Zukunft für den
RTTC. Leider erfüllte sich diese Hoffnung zunächst nicht. Bis auf U. Dieme
und H.-H. Petring erreichte keiner der oben genannten Spieler eine der
Herrenmannschaften. Abwanderungen zu anderen Sportarten, berufliche
Ausbildung oder einfach ein verändertes Freizeitverhalten ließ diese erste
größere Welle von Jugendlichen zu Beginn der 70iger Jahre fast wirkungslos
verpuffen.
Mit Gerhard Möller und den Gebrüdern Friedrich und Wolfgang Summann war 1968
die nächste Generation von Jugendlichen zum RTTC gestoßen. Sie entwickelten
sich im Schatten der oben genannten älteren Spieler erstaunlich schnell zu
ernstzunehmenden Gegnern, die zunächst in der zweiten Jugendmannschaft zum
Einsatz kamen. 1971 kamen mit Horst Wieschermann und Reinhard Prote zwei
weitere talentierte Spieler hinzu, die zusammen mit Gerd Möller und Wolfgang
Summann die wohl spielstärkste Jugendmannschaft des RTTC bis dahin bildeten.
Sie belegten auf Anhieb den zweiten Platz in der Jugendbezirksklasse.
Manfred Brand verstand es außerdem hervorragend das
Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Jugendlichen durch eine Vielzahl von
Vereinsveranstaltungen weiter zu festigen. Höhepunkte waren sicherlich die
mehrtägigen Fahrten nach Berlin, Kassel, München, Wildemann, Holland und
Dänemark.
Gerhard Möller und Wolfgang Summann wurden 1972 in die erste Mannschaft
eingebaut. Zusammen mit Willi Matzke, Manfred Brand, Friedhelm Kottkamp und
Heinz-Hermann Petering spielten sie in ihrem ersten Herrenjahr mit gutem
Erfolg in der Bezirksklasse und verpaßten mit der Mannschaft den Aufstieg in
die Bezirksliga nur knapp.
Für Wolfgang Summann kam 1973 Reinhard Prote in die Mannschaft. Trotz guter
Leistungen der beiden Youngster Möller und Prote reichte es auch in diesem
Jahr
nicht. Um den Aufstieg im nächsten zu schaffen, wurde eine weitere
Verjüngung der
Mannschaft vorgenommen. Neben Horst Wieschermann, der nach einer
ausbildungsbedingten mehrjährigen Spielpause wieder durch gute Leistungen
auf
sich aufmerksam gemacht hatte, sollte auch der wiedererstarkte Wolfgang
Summann
in die Mannschaft zurückkehren.
Dieses Konzept kam ins Wanken, als Reinhard Prote, der einen großen
Leistungssprung gemacht hatte, sich entschloß zum TTV Lübbecke zu gehen, um
dort in der Bezirksliga zu spielen. Gleichzeitig verpflichtete sich Gerhard
Möller für
mehrere Jahre bei der Bundesmarine, so daß er nur noch an den Wochenenden
zur
Verfügung stand.Das Chaos war perfekt, als sich auch Wolfgang Summann noch
kurzfristig entschloß, seinem Freund Reinhard Prote nach Lübbecke zu folgen.
Damit
war die Mannschaft endgültig gesprengt und mußte völlig neu formiert werden.
Der
angepeilte Aufstieg war damit kein Thema mehr, Klassenerhalt war plötzlich
das Ziel,
das dann auch erreicht wurde.
Im Jugendbereich setzte Manfred Brand die erfolgreiche Jugendarbeit der
vorherigen
Jahre mit dem Ergebnis fort, daß Mitte der 70iger Jahre ein wahrer TT-Boom
über
den RTTC hereinbrach. Samstags Nachmittags versammelten sich zeitweilig bis
zu
80 Jugendliche, die sich mehr oder weniger ernsthaft um die 11 TT-Tische
scharten.
Viele von diesen Jugendlichen kamen nicht vorrangig zum Tischtennisspielen,
sondern sie kamen einfach, weil etwas los war. TT war in dieser Zeit in
Rahden
einfach "in". Ein ganz wichtiger Faktor bei dieser Entwicklung war
sicherlich, daß
nicht nur Jungen sondern auch eine ganze Reihe von Mädchen zum Training
erschienen. Das Training am Samstag war somit eine Mischung aus Sport,
Unterhaltung und Cliquentreff.
Diese an sich positive Entwicklung brachte aber auch Probleme mit sich.
Streit um
die immer knapper werdenden Tische war an der Tagesordnung. Manfred Brand
erinnert sich : Auf jeder Vorstandssitzung und Jahreshauptversammlung war
die
Organisation des Trainingsbetriebes das zentrale Thema".
Wie so oft regelte sich auch dieses Problem im Laufe der Zeit von selbst.
Die
(meisten) talentierten Spielerinnen und Spieler blieben dem TT-Sport treu,
während
sich die Mitläufer irgendwann anderen Freizeitbeschäftigungen zuwandten.
Insgesamt brachte der Rahdener TT-Boom innerhalb weniger Geburtenjahrgänge
über 20 Spielerinnen und Spieler hervor, die alle mindestens
Bezirksklassenniveau
erreichten.
Besonders positiv entwickelte sich in diesen Jahren das Mädchen- und später
Damentischtennis in Rahden. Die erste Damenmannschaft, die ausschließlich
aus
der eigenen Jugendabteilung stammte, stieß in der Aufstellung Elke Schnier,
Elke
Seiker, Gaby Engel und Christiane Summann bis in die Damenlandesliga vor.
Aber
auch die zweite Damenmannschaft mit Martina Gieselmann, Gaby Bollhorst,
Petra
Gärtner und Elke Schünke standen mit ihrer Leistung kaum nach und spielte in
der
Damenbezirksklasse. Beide Mannschaften lösten sich Ende der 70iger Jahre
leider
auf, als die meisten Spielerinnen dem TT-Sport durch Studium, Beruf oder
Familie
verloren gingen.
Bei den Jungen verlief die Entwicklung ähnlich. Über mehrere Jahre hinweg
stellte
der RTTC hervorragende Jugendmannschaften. Neben den Eigengewächsen wie
Michael Blase, Bernd Müller, Fred Posanski, Heinz Potthast um nur einige
Leistungsträger zu nennen, zog es zunehmend auch talentierte Spieler aus den
Vereinen des Altkreises nach Rahden. Klaus Fink, Andreas Zaske und etwas
später
die Hüllhorster Jürgen Schmidt und Stefan Reinking sind Beispiele für diesen
Trend.
Die meisten dieser Spieler gingen allerdings mit Erreichen des Herrenalters
wieder
zu ihren Heimatvereinen zurück.
Betrachtet man diesen glanzvollen Abschnitt der Vereinsgeschichte des RTTC
rückblickend, kann man ohne Übertreibung sagen, daß die Jugendarbeit des
RTTC
in den 70iger Jahren das Niveau des TT-Sports im gesamten Kreis Minden-Lübbecke nachhaltig positiv beeinflußt hat. Kein anderer Verein in der
Umgebung hat
innerhalb weniger Jahre so viele hochklassige Spieler hervorgebracht wie der
RTTC
in den 70iger Jahren. Noch heute sind viele der damals hervorgebrachten
Spieler im
RTTC oder anderen Vereinen aktiv.
Ende der 70iger Jahre drängten die immer stärker werdenden jungen Spieler in
die
Herrenmannschaften des RTTC. So kamen in der Saison 1977/78 mit Andreas
Zaske, Michael Blase und Bernd Müller gleich drei ambitionierte junge
Spieler in die Erste. Außerdem kehrte Reinhard Prote bereits nach einem Jahr
aus Lübbecke zum RTTC zurück. Nur Willi Matzke und Manfred Brand blieben als
"Oldies" in der
Mannschaft. Die Mannschaft schaffte dann auch erwartungsgemäß den Aufstieg
in
die Bezirksliga.
In der nächsten Saison konnte mit Jürgen Schmidt, der aus Hüllhorst kommend
ein
Jahr in der RTTC-Jugend gespielt hatte, ein weiterer talentierter
Jugendspieler
erfolgreich in die erste Mannschaft eingebaut werden. Manfred Brand machte
den
Platz in der Mannschaft frei. Als Meisterschaftsdritter schaffte die
Mannschaft über
eine Aufstiegsrunde den Aufstieg in die Landesliga, aus der man aber bereits
nach
einem Jahr wieder abstieg. Eine der Ursachen dafür war sicherlich der
Weggang des immer stärker werdenden Andreas Zaske. Er wechselte in die
Oberligamannschaft des TTV Lübbecke.
Im Jahre 1973 feierte der Verein sein 25 jähriges Vereinsjubiläum. Es ging
hoch her
im Vereinslokal Bohne. Viele der älteren Vereinsmitglieder hatten sich
eingefunden, um gemeinsam mit den jetzt aktiven den Festtag zu begehen.
Grußworte übermittelten der damalige Kreiswart Günter Althoff.
Bezirkssportwart Rudolf Tellermann wies auf die eingeschworene Gemeinschaft
des TTC Rahden hin. Für
besondere Verdienste wurden der Vorsitzende Heiner Helms, der Sportwart
Herbert
Schnier und der Jugendwart Manfred Brand ausgezeichnet.
Viele große Turniere wurden vom RTTC veranstaltet, viele Kreismeisterschafen
nach
Rahden geholt. Erinnert sei hier auch an die mehrfache OWL-Meisterin Rena
Schwab.
Die 80iger Jahre
Im Spieljahr 1980/81 gab es folgende Mannschaftsaufstellungen
1. M.: Prote, Blase, Matzke, Högemeier, P. Schnier, Potthast
2. M.: H. Schnier, H. Schnier, K. Hiller, Zylur, Redeker, Schmidt, Posanski
3. M.: Brand, Kottkamp, Hußmann, Lohmeier, Langhorst, Katschmann, Löhr
4. M.: W. Schnier, Karl, Räker, Schwettmann, Czeranka, Helms
5. M.: Meyer, Meier, Werner, Johannes, Kaufmann, Schmidt, Heinzig
Damen: Seiker, Schnier, Pospiech, Supe, Holtkamp
Im Jahre 1980 gab es nach vielen Jahren einen Wechsel in der Vorstandsetage
Manfred Brand löste Heiner Helms als 1. Vorsitzenden ab, der dieses Amt seit
dem
Jahre 1965 bekleidete. Heiner Heims wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Auf der Jahreshauptversammlung ehrte der Verein die Spieler Heiner Helms,
Herbert
Schnier, Heinz Räker, Wolfgang Schnier, Dieter Logemann und Rolf Werner für
25
jährige Mitgliedschaft. 1988 gehörten auch Karl-Heinz Hiller und Manfred
Brand 25
Jahre dem Verein an.
Von 1980 bis 1990 gab es ständig Auf- und Abstiege bei den
Herrenmannschaften
Die Jugendarbeit konnte nicht an die Erfolge der 70iaer Jahre anknüpfen.
Einen
leichten Aufschwung gab es zu verzeichnen nachdem Oliver Langer das
Jugendtraining übernahm.
Unvergessen sind die Veranstaltungen und die Feste anläßlich des 40 jährigen
Vereinsjubdäums im Jahre 1988.
Die 90iger Jahre
Zu Beginn der 90 Jahre erreichte der RTTC mit dem Abstieg der ersten
Mannschaft
in die Kreisliga den absoluten Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Viele
Spieler der
leistungsstarken 70iger und 80iger Jahre hörten mit dem aktiven TT-Sport auf
oder
traten aus beruflichen und familiären Gründen deutlich kürzer. Auf der
anderen Seite
blieb der Nachwuchs in diesen Jahren aus. Die Jugendarbeit hatte aus
personellen
Gründen jahrelang nicht die Effizienz wie in den 70iger Jahren. Die
Tatsache, daß
Reinhard Prote trotz deutlich eingeschränktem Trainingsaufwandes immer noch
der
Spitzenspieler war, zeigt in welcher Misere der TTC steckte.
Im ersten Kreisligajahr verpaßte man den Aufstieg als Drittpiazierter knapp.
In der
Saison 91/92 verstärkte man sich durch Volker Tschee und Heinz Potthast, die
beide
aus Hüllhorst zum TTC zurückkehrten, deutlich und stieg unangefochten in die
Bezirksklasse auf. Da Volker Tschee sich beruflich in die neuen Bundesländer
veränderte, fiel im nächsten Jahr ein wichtiger Leistungsträger aus. Dafür
kam der
hoffnungsvolle Jugendspieler Jörg Grundmann aus der eigenen Jugend in die
Mannschaft. Da man häufig auf den beruflich stark eingespannten Reinhard
Prote
verzichten mußte, geriet die Mannschaft in akute Abstiegsnot, konnte sich
aber aus
eigener Kraft retten.
Als Heinz Potthast sich nach dieser verkorksten Saison entschloß, zum SV
Böminghausen zu wechseln, schien das sportliche Schicksal des RTTC für die
nächste Saison besiegelt. in dieser Situation profitierte der TTC vom
Schicksal
zweier Vereine in der Nachbarschaft. Der SC Vehlage war nach einem
Kreisligajahr
trotz der starken Nachwuchsspieler Sven Dümke und Christian Schrimper wieder
abgestiegen. Für Dümke und Schrimper wäre dieser Abstieg ein deutlicher
Rückschritt gewesen, also entschlossen sie sich, Vehlage zu verlassen. Unter
mehreren Angeboten entschieden sie sich schließlich für den TTC Rahden. Etwa
gleichzeitig konnte man Bernd Müller, der zwei Jahre keine
Meisterschaftsspiele
mehr bestritten hatte, vom TTV Lübbecke nach Rahden holen. Durch diese
Zugänge
verstärkt hätte man sicherlich den Klassenerhalt schaffen können. Damit war
aus
dem vermeintlichen Absteiger plötzlich ein potentieller
Meisterschaftsanwärter
geworden.
Nach einer heiß umkämpften Saison nahm man als Tabellenzweiter an der
Aufstiegsrunde zur Bezirksliga teil und schaffte den Aufstieg.
In der Saison 94/95 konnte man sich durch den aus Börninghausen
zurückkehrenden Heinz Potthast weiter verstärken geriet aber überraschend in
akute Abstiegsnot. Eine Ursache dafür lag sicherlich darin, daß Sven Dümke
seinen
Wehrdienst absolvierte und nicht viel trainieren konnte. Hinzu kam, daß die
überwiegend jungen Spieler im Abstiegskampf zunehmend Nerven zeigten und
sich
häufig unter Wert geschlagen gaben. Mit etwas Glück überstand man diese
brenzlige
Situation und schaffte den Klassenerhalt.
Mit zwei Neuzugängen ging man in die Saison 95/96. Zum einen kam mit
Wolfgang
Jürgens (früher Summann) ein Ur-Rahdener aus den glorreichen 70iger Jahren
nach
genau 20 Jahren zum RTTC zurück.
Außerdem wechselte mit Andreas Ledig aus dem niedersächsischen Uchte ein
Spieler zum TTC, über dessen Spielstärke man sich zunächst nicht recht im
klaren
war. Der 29jährige, der eine Bäckerei in Sieihorst gepachtet hatte, machte
mit
seinem unspektakulären Konter-Block-Spiel bei den wenigen Trainingsabenden,
zu
denen er kam, einen eher unscheinbaren Eindruck. Hinzu kam, daß er bedingt
durch
die Selbständigkeit in der vorherigen Saison nicht viel trainiert hatte. Als
er dann erst
wenige Wochen vor Saisonbeginn wieder mit dem Training begann, trauten ihm
nur
wenige die Leistung zu, die er dann in der Meisterschaft brachte.Die Saison
wurde ein einziger Triumphzug. 44:0 Punkte lautete die Abschlußbilanz, wobei
eigentlich nie ernstlich die Gefahr bestand, einen Punkt abzugeben. Nebenbei
wurde man noch Bezirkspokalsieger und erreichte im gleichen Wettbewerb auf
WTTV-Ebene die Vorschlußrunde, wo man sehr unglücklich mit 5:4 unterlag.
Maßgeblichen Anteil an diesem Ergebnis hatte Andreas Ledig, der alle
Zweifler Lügen strafte und Oben in beiden Serien mit jeweils nur vier
verlorenen Spielen eine der besten Bilanzen der Liga spielte. Aber auch der
zweite Neuzugang "Sammy" Jürgens trug durch eine 31:1 Bilanz in der Mitte
zum guten Saisonergebnis bei. Michael Meier, Jörg Grundmann, Heinz Potthast
und Christian Schrimper spielten ebenfalls sehr erfolgreich, so daß die
Mannschaft keine Schwachpunkte aufwies. Für die nächste Saison verstärkte
man sich mit den Gebrüdern Walke, die vom TTV Lübbecke nach Rahden kamen.
Damit war klar, daß man auch in der Landesliga ein gewichtiges Wart bei der
Vergabe des Meisterschaftstitels mitreden würde. Und man hatte recht. So
gelang der große Wurf und damit der Aufstieg in die Verbandsliga. Die
Optimisten, die wohl einen Erfolg rechtzeitig zum Jubiläumsjahr prophezeit
hatten, behielten recht. Nach Ablauf der 1. Halbserie belegte die Mannschaft
im 1. Jahr ihrer Zugehörigkeit einen hervorragenden 5. Platz. Sie war damit
die höchstplazierteste Mannschaft des Kreis-Minden-Lübbecke. Insbesondere
Michael Meier konnte sich erheblich steigern. Ihm gelang als Spitzenspieler
im oberen Paarkreuz in der Hinserie eine sensationelle ausgeglichene
Spielbilanz, die er in der 2. Halbserie sogar noch verbessern konnte. Am
14.09.1996 verstarb unser langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender
Heiner Helms. Wir werden ihn nicht vergessen. Mit den Aufzeichnungen bis zum
Anfang des Jubiläumsjahrs 1998 endet diese Chronik. Sie ist sicher
unvollständig, aber die Verfasser sind sicher, daß sich viele ehemalige
Aktive darin wiederfinden und sich gerne an die schönen Zeiten im RTTC
erinnern.
Zum Schluß noch einige Fakten:
a) Vorsitzende von 1948 - 1998:
- Erwin Rump
- Heinz Wehe bis 1965
- Heiner Helms von 1965 bis 1980
- Manfred Brand ab 1980
b) Sportwarte:
- Karl Linnenlücke
- Valentin Köhler sen. bis 1956
- Herbert Schnier ab 1956
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