Hassia Bingen,
ein Name, hinter dem sich eine große Erfolgsstory verbirgt.
Waren es in früheren Zeiten die Fußballer, so ragen nun die
Tischtennisspieler heraus. Für die Mädchenmannschaft heißt das
große Ziel die Damenmannschaft und die spielt derzeit in der 2.
Bundesliga. Auch ansonsten geben die Damen bei Hassia den Ton
ab. Eine Regionalliga- und eine Verbandsligamannschaft runden
das erfolgreiche Bild der Damen ab. In diese Fußstapfen wollen
nun auch die Mädel treten. Ohne Mühe wurden die Bingener Mädchen
südwestdeutscher Meister. Bei den fünf Spielen im
Regionalentscheid gab Bingen ganze sechs Spiele ab. Eine
Dominanz, die diese Mannschaft auch zu einem Favoriten auf den
deutschen Meistertitel macht. In dieser Serie wurden die Mädchen
zudem ungeschlagen Damen-Verbandsligameister in Rheinhessen. Die Aufstellung: Clarissa Becker, Mai Xiang, Ting Xiang,
Rabea Becker und Isabelle Roos.
Foto (v.l.n.r.): Lena Voigt, Michaela Graf,
Lara Nohl,
Ailna Rölke und Carina Wachenfeld
Als Zweitplatzierter der südwestdeutschen Meisterschaften hinter Hassia Bingen sicherte sich der TTC
Burghasungen das Ticket zu den Deutschen. Im direkten Duell verlor man zwar glatt mit 1:6, doch sollte keine
Schlüsse über das wahre Leistungsvermögen der jungen Mannschaft aus Nordhessen, denn mit Lisa
Vossler (Teilnahme am Länder-Grand-Prix) und Alina Rölke (krank) verzichten.
Ansonsten wäre die Partie zwischen den beiden überlegenen Teams sicherlich spannender geworden.
„Für uns ist die erste Teilnahme an deutschen Meisterschaften. Es soll aber nicht die
Letzte sein“, erklärte Jugendwart Andreas Klotzki.
Der Grundstein für eine erfolgreiche Jugendarbeit wurde 2003
gelegt, als sich Burghasungen am ALL5-Team beteiligte, einer Jugendförderung von mehreren Vereinen. Dadurch konnte Vladimir Kaprov als Trainer gewonnen werden. „Der
ehemalige russische Nationaltrainer trainiert unsere Jugend seit
vier Jahren und hat sie in dieser Zeit zu
einem der erfolgreichsten Vereine Hessens gemacht“, lobt Klotzki
den Trainer. So stellt man mit Alina Rölke die Zweite der hessischen Jugendmeisterschaften und mit Michaela Graf die hessische Schülermeisterin. „Die Mannschaft ist sehr jung, vielleicht
sogar die Jüngste bei den deutschen Meisterschaften. Alle sind hochmotiviert und das Team ist sehr ausgeglichen besetzt“, berichtet Klotzki weiter. Als Ziel haben sich die Mädchen aus Burghasungen den dritten Platz gesetzt. „Wenn wir komplett
spielen können, ist dies ein realistisches Ziel“. Die
Aufstellung: Alina Rölke, Michaela Graf, Carina Wachenfeld, Lara Nohl, Lena Voigt.
Das Double für den Beilsteiner Verein machten die Mädel perfekt. Damit stellte die Eintracht ihre
Vormachtstellung im Jugendbereich in Baden-Württemberg eindeutig unter der Beweis. Nun wollen die „Golden Girls“
auch die DTTB-Ebene
erobern. Wie bei den Jungen gibt Erfolgscoach Holger Tischer auch hier das Erreichen des Halbfinals als Ziel an. In der Meisterschaftsserie blieben mit Silvia
Schmidt und Kerstin Lamb gleich zwei Spielerinnen ungeschlagen. Wie die Jungen verloren auch die Mädchen kein Saisonspiel.
Die Aufstellung: Silvia Schmidt, Carina Stetter, Kerstin Lamb, Lea Meyer, Tanja Nathan.
Foto (v.l.n.r.):
Johanna Weidle,
Mannschaftsführerin Franziska Weidle,
Ina Kugler und Mira Winkler
Als Zweitplazierter des Regionalverbandes Süd haben sich die Mädel des TSV Altenburg für die „Deutschen“ qualifiziert. Um ein Spiel verpassten die Altenburger Mädel den süddeutschen Meistertitel. Im direkten
Duell gab es gegen Eintracht Beilstein ein 5:5, nachdem man zuvor bei den Württembergischen Meisterschaften mit 1:6 und bei den Baden-Württembergischen
Meisterschaften mit 3:6 verloren hatte. Im dritten Duell gab es nach spannendem Spiel ein Remis. Da Beilstein in den beiden anderen Begegnungen aber ein
Spiel weniger verlor, sicherte sich Beilstein somit auch den
Titel des süddeutschen Meisters. Die von Christian Nixdorf trainierte Mannschaft hat sich damit erstmals für die deutschen Meisterschaften qualifiziert. „So weit wie
möglich nach vorne kommen“, lautet das Ziel vom Altenburger Sportwart
Dieter Kunze. Seit fünf Jahren spielen die Mädel zusammen. Da drei Spielerinnen in die Damenmannschaft wechseln, endet in Rahden die
Erfolgsgeschichte der Altenburger Mädel. Im Saisonverlauf stach aber vor allem das „Küken“ beim TSV
sportlich heraus. Die erst 15jährige Spitzenspielerin Johanna Weidle hofft neben einer guten
Platzierung bei den deutschen Meisterschaften noch auf einen Startplatz beim „BaWü-Top 28“ der U18-Spielerinnen. Egal wie die Mannschaft in Rahden
abschneiden wird, ist es der größte Erfolg der
Vereinsgeschichte.
Foto (v.l.n.r.):
Pati Kryjak, Katharina Hubracht, Vanessa
Hubracht und Miriam Bake (auf dem
Foto fehlt Nadine Sillus)
Nicht unerwartet setzten sich die Mädel des TuS Uentrop auf westdeutscher Ebene gegen die Konkurrenz durch. Bereits in der laufenden Serie hatte die als reine Mädelmannschaft in der Damen-Verbandsliga an den Start gehende Mannschaft für Furore gesorgt. Am
Ende belegte der TuS einen glänzenden zweiten Platz.
Zwar gingen die Uentroperinnen bei den westdeutschen Meisterschaften als klarer Favorit an den Start, hatten dabei allerdings mit einer nicht unerheblichen Hypothek zu kämpfen, denn die
beste Spielerin, Nadine
Sillus fehlte. Sie war am ersten Juni-Wochenende für
den DTTB bei den Polen Junior Open teil. Über die
Spitzenspielerin des TuS berichtete kürzlich sogar das ZDF.
Dennoch meisterte der TuS seine Aufgabe bemerkenswert. Auch der
amtierende westdeutsche Meister der Schülerinnen, der SV Walbeck, wurden nach schwachem Beginn noch souverän
bezwungen.
Für die Mannschaft soll nun in Rahden die vorläufige Krönung einer imponierenden Erfolgsstory folgen. Nach dem die Mannschaft in gleicher Besetzung 2005
bereits deutscher Schülermeister wurde, soll nun der Titel bei
den Mädchen folgen. Auch nach außen geben die Uentroper ein
klares Ziel aus. „Unser Minimalziel ist das Halbfinale“, erklärt Ralf Bierkämper, der zusammen mit Trainer Dieter Ende die Mannschaft betreut. Seit vier Jahren spielt die Mannschaft komplett zusammen und schaffte in dieser Zeit den Sprung von der Damen-Bezirksklasse in die Damen-Oberliga. Die Aufstellung: Nadine Sillus, Pati Kryjak, Katharina Hubracht, Vanessa Hubracht, Miriam Bake
Die Lokalmatadoren der diesjährigen deutschen
Jugend-Mannschaftsmeisterschaften kommen
eindeutig vom TTC Mennighüffen. Nur rund 25 KM Anreise muss der
TTCM bewältigen. Quasi über die Hintertür schafften die Löhner Vorortlerinnen
den Sprung zu den „Deutschen“. Da der eigentliche Zweitplatzierte SV Waltbeck an den deutschen
Schülerinnen-Meisterschaften teilnimmt, wurde der Weg frei für die Auswahl von Trainer Michael Gizinski. Die Jugendarbeit wird beim TTC Mennighüffen
sehr groß geschrieben. Besonders der Mädchenbereich boomt. Dabei
hat Mennighüffen sogar drei
Spielerinnen in ihren Reihen, die in diesem Jahr bereits einen deutschen Meistertitel verbuchen konnten. Laura Aussieker, Luisa Guse und Donjeta Fetahaj waren Mitglied der Schulmannschaft des Gymnasiums Löhne, die kürzlich den Bundesentscheid von „Jugend trainiert für Olympia“ für sich
entschieden. Aussieker wird aber nicht in Rahden dabei sein, da sie sich dann bereits im Urlaub befindet.
Dennoch gelten die Mennighüffenerinnen als Außenseiter in Rahden. Das sieht auch Christoph Brockmeier vom TTCM
so. „Unser Ziel ist es, uns so gut wie es geht, zu verkaufen. Hoffentlich werden wir nicht Letzter“. Bereits im letzten Jahr nahmen die Mennighüffer Mädel an den Deutschen teil. Damals allerdings noch mit Tabea Nagel und Kristina Meller, die zwar noch das Alter hätte, bei den
Mädchen zu spielen, aber nach der letzten Serie in die
Damenmannschaft
wechselten.
Foto (v.l.n.r.):
Ann-Kristin Adleff, Svenja Backenberg,
Nathalie Wulf (sitzend) Anne Militzer und Svenja Otto
Auch wenn das norddeutsche Finale gegen den SV
Bettmar verloren ging, herrschte am Ende großer Jubel über das
Erreichen der ersten deutschen Meisterschaft beim SV
Friedrichsgabe. „Die Mädchen freuen sich, dass sie den
Tischtennisverband Schleswig-Holstein in Rahden vertreten
dürfen. Für alle ist es das bisherige Highlight ihrer noch
jungen Laufbahn“, meinte Vereinsvertreter Joachim Adleff. Im
letzten Jahr musste sich die Mannschaft beim Landesligafinale
noch mit Platz begnügen, diesmal musste sich Friedrichsgabe nur
der überlegenen Mannschaft aus Bettmar geschlagen geben.
Verdienter Lohn ist dafür die erste Teilnahme an den Deutschen.
„Für unsere Sparte ist es jetzt schon der größte Erfolg in der
Vereinsgeschichte. Das Ziel Erreichen der Landesmeisterschaften
wurde vor der Serie geplant. Die Vizemeisterschaft bei den
norddeutschen Meisterschaften war allerdings eine große
Überraschung. In Rahden können wir ohne jeden Druck spielen“,
meint Jugendwart Jörg Albrecht.
Trainiert wird die Mannschaft von den beiden Trainern Enrico
Vorsatz und Thorsten Lentfer. Laut Aussage von Albrecht zeichnet
die Mannschaft eine tolle Geschlossenheit aus. Alle Spielerinnen
kennen sich auch privat sehr gut. Interessant wird sein, wie
sich das „Küken“ der Mannschaft schlägt. Bei den norddeutschen
Meisterschaften sorgte die erst Neunjährige Nathalie Wulf
zumindest schon einmal für Furore. Seit rund sechs Jahren bietet
Friedrichsgabe ein zielgerechtetes Training unter Trainer Enrico
Vorsatz an. „Die Erfolge der letzten Jahre sind die logische
Konsequenz unserer Jugendarbeit“, so Albrecht weiter. Dabei geht
der SVF auch den Weg über die Schulen. In einigen örtlichen
Grundschulen bietet Friedrichsgabe mit seinen Übungsleitern „Tischtennis-AG´s“
an. Die Aufstellung: Svenja Otto, Svenja Backenberg, Ann-Kristin
Adleff, Anne Militzer und Nathalie Wulf.
Foto (v.l.n.r.): Wiebke
Salland, Madlin Heidelberg,
Jana Aue und Vanessa Rohde
Quasi als letztes sprangen die Mädel des SC Bettmar auf den „DDM-Zug“ nach Rahden auf. Erst Anfang Juli qualifizierten sich die
Mädchen aus der Nähe von Hildesheim für die „Deutschen“. Dies allerdings außerordentlich
beeindruckend. Ungeschlagen ging der SCB durch die norddeutsche Meisterschaft. Schon in den letzten Jahr war Bettmar ein ständiger Vertreter
bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Im Jahr 2005 belegte man bei den Schülerinnen den fünften Platz, im letzten Jahr sprang Platz vier bei den Mädel heraus. „In diesem Jahr möchte die
Mannschaft unbedingt den Sprung aufs Treppchen schaffen“, erklärt
Trainer Andreas Juadjur. Der Optimismus bei den
Norddeutschen ist verständlich, wurde die Mannschaft in diesem Jahr sogar noch einmal verstärkt. Aus der letztjährigen Mannschaft sind noch Madlin Heidelberg und Wiebke Salland übrig geblieben. Dazu kommen noch Vanessa Rohde und Jana Aue. Aue war bis letzte Serie noch Nummer eins der Damenmannschaft. Auch um vielleicht diesmal
einmal den Traum von der deutschen Meisterschaft zu verwirklichen, wurde Jana wieder in die Mädchenmannschaft gesetzt. Auch für Vanessa Rohde sind große Auftritte
nichts ungewöhnliches. Sie war Mitglied der Mannschaft, die 2005 bei den
Schülerinnen erfolgreich war. „Eine herausragende Spielerin hat unser Team nicht. Wir sind von Position eins bis vier ausgeglichen gut besetzt“, ergänzt Juadjur weiter. In der zurückliegenden Serie verlor seine Mannschaft, die er zusammen mit Steffi Oleszewski betreut, kein einziges Spiel. Herauszuheben ist allerdings die
Doppelstärke der Bettmarer Mädchen. Dies belegt auch die Tatsache, dass Madlin Heidelberg schon mehrfache norddeutsche Meisterin im Doppel und Mixed ihrer Altersklassen ist. Durch den Sieg bei den norddeutschen Meisterschaften ist jetzt bereits der Sprung in die Damen-Landesliga geglückt. Sollte wirklich der
deutsche Meister in Rahden herausspringen, würde sogar die Damen-Verbandsliga warten. „Ein Ziel, für das Mädels
alles geben würden und in Rahden geben werden“, so Juadjur
abschließend. Die Aufstellung: Vanessa Rohde, Madlin Heidelberg, Jana Aue und Wiebke Salland.